#45 HERZ AUF, TON AN – Wann haben wir aufgehört, zuerst den Menschen zu sehen?
Shownotes
45 HERZ AUF, TON AN – Wann haben wir aufgehört, zuerst den Menschen zu sehen?
Diese Folge beginnt mit Fußball. Und endet bei uns allen.
Deutschland ist ausgeschieden. Millionen haben darüber gesprochen.
Doch während viele über Taktik, Fehler und verpasste Chancen diskutierten, ließ mich eine ganz andere Frage nicht mehr los:
Wann haben wir eigentlich aufgehört, zuerst den Menschen zu sehen?
In dieser Folge geht es nicht um Fußball.
Es geht um Mitgefühl. Um Fehler. Um den Umgang miteinander. Und um die Frage, wie wir Menschen begegnen, wenn sie scheitern.
Vielleicht ist diese Folge genau die Erinnerung daran, dass hinter jedem Fehler ein Mensch steht.
Und dass unsere Welt manchmal nicht weniger Kritik braucht, sondern etwas mehr Verständnis.
Diese Folge ist allen Menschen gewidmet, die schon einmal auf einen einzigen Fehler reduziert wurden.
Herz auf. Ton an.
Schön, dass du da bist.
Deine Claudia
Insta: @claudia_wargenau
Transkript anzeigen
00:00:09: Herzlich willkommen zu meiner neuen Podcastfolge, meines Podcasts Herz auf Ton an.
00:00:17: Schön dass du heute wieder dabei bist!
00:00:19: Ja und irgendwie möchte ich heute mit dir über Fußball sprechen aber du brauchst nicht erschrecken weil andersrum geht es auch nicht um Fußball Es ist der Leitfaden aber es geht im Kern um etwas viel größeres.
00:00:34: es geht darum wie wir miteinander umgehen wie wir über andere Menschen sprechen.
00:00:40: Und ob wir manchmal vergessen, dass hinter jeder Schlagzeile, hinter jedem Fehler und hinter jeder Enttäuschung ein Mensch steht?
00:00:50: Deutschland ist ausgeschieden!
00:00:52: Natürlich war ich sehr traurig – Ich liebe Fußball, ich fiebre mit.
00:00:57: Ich freue mich, ich leide mit, ich hoffe bis zur letzten Minute und natürlich hätte ich mir gewünscht, dass unsere Mannschaft weiter
00:01:03: kommt.".
00:01:05: Aber weißt du, was mich am nächsten Morgen noch viel viel trauriger gemacht hat als das Ausscheiden?
00:01:13: Das was danach passiert ist.
00:01:15: Die Kommentare die Karikaturen, die Häme, die so unschönen Schlagzeilen?
00:01:23: und irgendwann saß ich einfach da und habe mich gefragt wann haben wir eigentlich aufgehört zuerst den Menschen zu sehen?
00:01:30: Ich habe versucht mich in einen dieser Spieler hineinzuversetzen.
00:01:34: Stell dir einmal vor, du verschießt einen entscheidenden Elfmeter und das nicht auf deinem heimischen Sportplatz sondern vor Millionen von Menschen.
00:01:48: Ein einziger Moment ein einziger Schuss und plötzlich spricht das ganze Land über dich eine ganze Nation.
00:01:57: vielleicht wird dieser Mensch da bin ich mir eigentlich sehr sicher diesen Augenblick niemals vergessen Und vielleicht macht er sich selbst die größten Vorwürfe.
00:02:09: Vielleicht stellt er sich immer wieder dieselbe Frage, warum ausgerechnet ich?
00:02:16: Hätte ich es anders machen können?
00:02:18: Warum ist das passiert?
00:02:21: Ich weiß nicht wie sich das anfühlt!
00:02:23: Ich stand noch nie als Nationalspieler auf dem Feld aber ich weiß eins dort steht ein Mensch.
00:02:31: natürlich dürfen wir enttäuscht sein Wir dürfen auch traurig sein, aber wir dürfen analysieren was nicht gut gelaufen ist.
00:02:39: Es ist nicht alles gut gelaufen.
00:02:42: da sind Menschen die wollten ihr Bestes geben und irgendwie hat es in der Gemeinschaft nicht funktioniert.
00:02:48: Aber Kritik und Respekt schließen sich doch nicht aus.
00:02:51: Ich glaube nicht dass dort elf Menschen auf dem Platz standen denen das egal war.
00:02:56: ich glaube nicht Dass sie gesagt haben ob wir gewinnen oder verlieren.
00:03:02: Schitte drauf.
00:03:03: Ich wollte gerade was anderes sagen.
00:03:05: Scheiß drauf sag ich jetzt, aber... Die wollten es und die wollten ist wirklich!
00:03:12: Ich glaube dort standen Menschen, die wollten wirklich gewinnen.
00:03:16: Menschen die alles gegeben haben, Menschen die ihr Land stolz vertreten wollten und manchmal reicht das trotzdem nicht.
00:03:24: Wo's dran gelegen hat?
00:03:25: Das dürfen andere analysieren.
00:03:27: Menschen mit Ahnung, Menschen mit großem Sachverstand Und manchmal reicht es einfach nicht, so ist der Sport.
00:03:36: So ist das Leben und vielleicht brauchen Menschen genau in solchen Momenten nicht noch tausend Stimmen die ihnen sagen was sie falsch gemacht haben.
00:03:45: Vielleicht brauchen Sie etwas ganz anderes?
00:03:47: Vielleicht brauchen sie jemanden der sagt du bist mehr als dieser eine Moment.
00:03:52: Während ich darüber nachgedacht habe ist mir etwas bewusst geworden.
00:03:58: Vielleicht geht es gar nicht um Fußball.
00:04:00: Vielleicht begegnet uns das jeden Tag im Beruf, in der Familie unter Freunden, in den sozialen Medien?
00:04:08: Wir sehen einen Fehler und oft wird der Mensch dahinter vergessen!
00:04:13: Ich frage mich manchmal warum uns Mitgefühl so schwer fällt?
00:04:18: Warum wir jemandem erst feiern wenn alles gut läuft aber so schnell mit dem Finger zeigen wenn etwas schiefgeht?
00:04:26: Dabei Können wir doch alle dieses Gefühl nachempfinden, wenn wir mal tief in unser Herz gehen?
00:04:36: Wir alle haben schon Fehler gemacht.
00:04:38: Wir alle hatten Tage an denen wir uns am liebsten versteckt hätten und genau deshalb wünsche ich mir dass wir einander mit etwas mehr Verständnis begegnen.
00:04:50: Es artet oft so aus es ist eine Welle wo sich so viele mitreißen lassen die vielleicht gar nicht darüber nachdenken was Sie auch anrichten damit.
00:05:01: Vielleicht zeigt sich unser Charakter gar nicht darin, wie laut wir Menschen feiern wenn sie gewinnen.
00:05:06: vielleicht er zeigt er sich viel mehr darin Wie wir ihn begegnen Wenn sie scheitern.
00:05:14: Und jetzt möchte ich dir eine Frage mitgeben Nicht über Fußball sondern über dein eigenes Leben.
00:05:20: Wann hast du das letzte Mal hinter einen Fehler geschaut und den Menschen gesehen?
00:05:26: Vielleicht gibt es gerade jemanden in deinem Umfeld, der keinen Ratschlag braucht und auf keinen Fall einen Zeigefinger.
00:05:34: Keine Bewertung keine Analyse.
00:05:35: vielleicht braucht dieser Mensch einfach nur jemanden, der sagt ich sehe dich und der schaut was dahinter steckt und warum dieser Fehler überhaupt passiert ist.
00:05:47: Ich glaube unsere Welt braucht nicht weniger Fehler.
00:05:50: unsere welt braucht mehr Menschen die auch nach einem Fehler noch die Arme öffnen.
00:05:56: Und dann sagen, komm her!
00:05:58: Es hat heute nicht gereicht aber du bist deswegen kein schlechter Mensch.
00:06:03: Denn genau das wünsche ich mir Nicht nur im Fußball sondern überall in unseren Familien und unseren Freundschaften In unseren Beziehungen, in unserem Unternehmen und unserer Gesellschaft.
00:06:15: Vielleicht können wir die Welt nicht verändern Aber Wir können entscheiden wie wir morgen einem Menschen begegnen.
00:06:24: Mit etwas mehr Verständnis, mit etwas mehr Mitgefühl und etwas mehr Herz Denn vielleicht beginnt genau dort eine Welt in der wir zuerst den Menschen sehen.
00:06:35: Ich wünsche dir von Herzen einen wunderschönen Tag Und vielleicht siehst du die Welt heute ein bisschen mit anderen Augen.
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